MFP F 433

Wrack des MFP F 433

Die Marinefährprahme (MFP) waren die größten und leistungsfähigsten Landungsboote der deutschen Kriegsmarine.

Sie wurden ab Herbst 1940 nach Vorbild der etwa 50 Meter langen und 6,5 Meter breiten „Kampinen“ einem Schiffstyp der auf holländischen Kanälen in Verwendung stand, und die in großer Anzahl für das Unternehmen Seelöwe (Invasion von England) provisorisch umgerüstet worden waren, entwickelt. Die gerundeten Bootsflächen wurden aus fertigungstechnischen Gründen durch planebene ersetzt. Dadurch bekamen die Prähme die typisch eckige Bauform. Das Mittelschiff wurde zum rechteckigen Kastenträger. Der Laderaum erhielt im Mittelschiff ein festes Dach und im Bereich des Vorschiffes eine Abdeckung mit abnehmbaren Wellblechtafeln.

Im Laufe des Zweiten Weltkrieges wurden insgesamt etwa 700 MFP in verschiedenen Ausführungen gebaut.

 

Daten des MFP, Type C2, Seriennummer F 433:

Der Type C2 war eine modifiziert Form des bereits verstärkten Types A1, bei dem zum Transport von 52 Tonnen- und Tiger-Panzern zusätzlich die Ladeklappenlast auf 65 Tonnen erhöht und die Fahrbahnbreite auf 3,6 Meter vergrößert wurde.

 

Marinefährprahm, Type C2, Länge: 47,04 Meter, Breite:6,53 Meter, Tiefgang leer 0,97 Meter, beladen: 1,45 Meter, Verdrängung: konstruktiv 155 t, maximal 220 t., 3 Dieselmotoren Deutz 6 Zylinder., PS 390, Geschw. Max 10,5 kn, Besatzung 0/17 bis 0/21 (Offiziere/Unteroffiziere,Mannschaften),

Ladefähigkeit:

85 t normal (2 Panzer IV/1 Panzer VI/T-34(r)/200 Mann),105 tmaximal (3 Panzer IV/2 Panzer T-34(r)/16 Pferde/200 Mann), Möglichkeit 52 t-Beutepanzer und Tiger-Panzer zu laden.

 

Werft: Ansaldo in Genua, Indienstgestellt: 10.07.1943,

Bewaffnung ab 01.10.1944

1 x 7,5 cm BKM 97, 1 x 2 cm 38 Vierling, 2 x 2 cm 29 Flak, 6 Nebelbojen, 1 Wabo

 

Geschichte des Bootes

Der MFP wurde im Juni 1943 auf der  Ansaldo Bauwerft in Genua fertiggestellt und am 10.07.1943 als F 433 bei der 4. Landungsflottille in den Dienst gestellt.

Nach Einsätzen als Teil der 4. Landungsflottille im tyrrhenischen Meer bei denen durch Luftangriffe das Landungsboot beschädigt und ein Mann der Besatzung getötet worden war, wurde der MFP am 18.03.1944 im Tausch mit F 772 an die 10. Landungsflottille übergeben.

Nach langer Liegezeit in der Werft von Venedig wird F 433 erst am 06.10.1944 wieder als Kriegsbereit gemeldet.

Vom 17. Bis 19.Oktober 1944 läuft F 433 mit drei weiteren MFP als Geleit für den Zerstörer TA 20 (ex Audace) von Fiume (Rijeka) nach Zara (Zadar). Dabei stranden F 433 und F 554 am 18.10.1944 im Sturm vorübergehend auf der Insel Pag.

Am 23.10.1944 war F 433 zum Geleit eines Küstenkonvois eingesetzt. Am Abend wurde das Geleit von feindlichen Schnellbooten angegriffen. Der Konvoi wurde zersprengt. Der beschädigte MFP F 433 fuhr nach Rab, sank aber am 24.10.1944 ca 3,5 Seemeilen WSW von Jablanac an der vorgelagerten Felsinsel Dolin. 4 Mann der Besatzung kamen ums Leben.